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**** GRUNDBEGRIFFE ****

Programmier-Glossar, am C64 erklärt

Variable, Schleife, Feld, Funktion: Diese Wörter tauchen in jedem Programmierkurs auf. Hier steht, was sie bedeuten, jeweils mit einem BASIC-Beispiel, das man in zehn Sekunden ausprobieren kann.

Algorithmus

Eine Folge von Schritten, die ein Problem löst. Ein Kochrezept ist ein Algorithmus, ein BASIC-Programm auch. Der Rechner denkt nicht mit, er arbeitet die Schritte genau in der angegebenen Reihenfolge ab.

Anweisung

Ein einzelner Arbeitsauftrag an den Rechner, im Sprachgebrauch meist Befehl genannt. PRINT "HALLO" ist eine Anweisung. Mehrere Anweisungen ergeben ein Programm.

Argument

Der Wert, den man einer Funktion in Klammern mitgibt. In LEN("COMMODORE") ist der Text das Argument, das Ergebnis ist 9.

Beispiel PRINT LEN("COMMODORE")

Array

Siehe Feld. Array ist die englische Bezeichnung, in deutschsprachigen Handbüchern stand meist Feld.

Bedingung

Eine Aussage, die entweder zutrifft oder nicht, etwa A>3. Nur wenn sie zutrifft, führt IF/THEN den nachfolgenden Befehl aus. BASIC stellt wahr intern als -1 dar und falsch als 0.

Beispiel 10 A=7 20 IF A>3 THEN PRINT "GROSS"

Bit und Byte

Ein Bit ist die kleinste Informationseinheit und kennt nur zwei Zustände. Acht Bit ergeben ein Byte, das Werte von 0 bis 255 aufnimmt. Genau deshalb darf ein POKE nur Werte bis 255 schreiben.

Direktmodus

Ein Befehl ohne Zeilennummer wird sofort ausgeführt. Das ist der Direktmodus, ideal zum Ausprobieren. Mit Zeilennummer wird derselbe Befehl stattdessen gespeichert, siehe Programmmodus.

Beispiel PRINT 7*8

Endlosschleife

Eine Wiederholung ohne Abbruchbedingung. Manchmal ein Fehler, manchmal Absicht, etwa bei einem Programm, das dauerhaft auf Tastendrücke wartet. Abbrechen lässt sie sich hier mit der Esc-Taste.

Beispiel 10 PRINT "HALLO" 20 GOTO 10

Feld

Viele Werte unter einem Namen, angesprochen über eine Nummer in Klammern. Angelegt wird ein Feld mit DIM. Der grosse Vorteil: Eine Schleife kann alle Plätze nacheinander durchlaufen.

Beispiel 10 DIM A(5) 20 A(3)=99 30 PRINT A(3)

Funktion

Ein fertiger Helfer, der aus einem Wert einen anderen berechnet und zurückgibt. Funktionen stehen dort, wo ein Wert erwartet wird, nie allein in einer Zeile. Beispiele sind LEN(), INT() und SQR().

Beispiel PRINT SQR(16)

Index

Die Nummer in Klammern, die einen Platz in einem Feld auswählt. Weil der Index eine Variable sein darf, lässt sich ein ganzes Feld mit einer Schleife bearbeiten.

Beispiel 10 DIM A(5) 20 FOR I=1 TO 5 30 A(I)=I*I 40 NEXT

Interpreter

Das Programm, das BASIC-Zeilen liest und sofort ausführt, Zeile für Zeile. Beim C64 steckte es fest im ROM und war eine Sekunde nach dem Einschalten bereit. Der Gegenbegriff ist der Compiler, der ein Programm vorher komplett in Maschinensprache übersetzt.

Operator

Ein Zeichen, das zwei Werte verknüpft. Rechenoperatoren sind + - * /, Vergleichsoperatoren = < > <>, logische Operatoren AND OR NOT.

Programmmodus

Befehle mit Zeilennummer werden gespeichert statt ausgeführt. Erst RUN startet sie, sortiert nach Zeilennummer. So entsteht ein Programm, das sich wiederholen und ändern lässt.

Beispiel 10 PRINT "HALLO" 20 GOTO 10

Schleife

Ein Abschnitt, der mehrfach durchlaufen wird. Mit FOR/NEXT bei bekannter Anzahl, mit GOTO und einer Bedingung, wenn die Anzahl vorher offen ist.

Beispiel 10 FOR I=1 TO 3 20 PRINT I 30 NEXT

Speicheradresse

Eine durchnummerierte Stelle im Arbeitsspeicher. Der C64 hat 65536 davon. Mit POKE schreibt man hinein, mit PEEK liest man heraus. Bekannte Adressen sind 53280 und 53281 für die Bildschirmfarben.

Beispiel POKE 53280,2

String

Eine Zeichenkette, also Text. Die Variable erkennt man am Dollarzeichen: A$ speichert Text, A speichert Zahlen. Beide sind verschiedene Speicher, auch wenn der Buchstabe gleich ist.

Beispiel 10 A$="HALLO" 20 PRINT A$+" WELT"

Syntax

Die Regeln, nach denen ein Befehl geschrieben sein muss: richtige Reihenfolge, richtige Zeichen, geschlossene Klammern. Verstösst eine Zeile dagegen, meldet der Rechner ?SYNTAX ERROR.

Unterprogramm

Ein ausgelagerter Abschnitt, der von mehreren Stellen aufgerufen werden kann. Mit GOSUB springt man hinein, mit RETURN kehrt das Programm genau dorthin zurück, wo es aufgerufen wurde.

Beispiel 10 GOSUB 100 20 END 100 PRINT "HALLO" 110 RETURN

Variable

Ein benannter Speicherplatz für einen Wert. Der Name steht links, der Wert rechts vom Gleichheitszeichen. Eine Variable, der nie etwas zugewiesen wurde, ist in BASIC automatisch 0 beziehungsweise leerer Text.

Beispiel 10 A=10 20 PRINT A

Verzweigung

Eine Stelle, an der sich der Ablauf je nach Bedingung teilt. In BASIC gebaut mit IF/THEN, oft kombiniert mit einem Sprung. Ein ELSE gibt es in BASIC V2 nicht.

Zeilennummer

Die Zahl am Anfang einer Programmzeile. Sie bestimmt die Reihenfolge und dient als Sprungziel. Üblich sind Zehnerschritte, damit später Zeilen dazwischen passen, ohne dass Sprünge angepasst werden müssen.

Zufallszahl

Ein bei jedem Aufruf neuer, unvorhersehbarer Wert. RND liefert eine Kommazahl zwischen 0 und 1, erst zusammen mit INT entsteht daraus ein Würfel oder eine Lottozahl.

Beispiel PRINT INT(RND(1)*6)+1

Und jetzt?

Alle diese Begriffe kommen im Lernkurs der Reihe nach vor, ohne dass du sie vorher kennen musst. Wer lieber an fertigen Programmen lernt, findet bei den Beispielprogrammen vierzehn Listings zum Abtippen. Und die einzelnen Befehle stehen ausführlich unter BASIC-Befehle.

HAEUFIGE FRAGEN

Fragen zum Glossar

Muss ich diese Begriffe auswendig lernen?

Nein. Sie tauchen im Lernkurs ganz nebenbei auf, wenn sie gebraucht werden. Diese Seite ist zum Nachschlagen gedacht, falls ein Wort unklar bleibt.

Gelten die Begriffe auch für andere Programmiersprachen?

Grösstenteils ja. Variable, Schleife, Bedingung, Feld und Funktion bedeuten in Python, Java oder C dasselbe. Nur die Schreibweise unterscheidet sich, und Eigenheiten wie Zeilennummern gibt es heute nicht mehr.

Begriffe versteht man beim Tippen

Der Kurs erklärt jeden Begriff genau dann, wenn du ihn zum ersten Mal brauchst.

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